MONOTASKING – ist für mich die neue Achtsamkeit oder das neue Sexy.

Viele viele Jahre war ich stolz drauf, vieles gleichzeitig zu erledigen. Parallel und doppelt parallel. Dachte, wow, bin ich speditiv. Gleichzeitig kann ich so viel erledigen. Ganz ehrlich, es gab Zeiten, da ging ich mit dem Kopfhörer spazieren und hörte mir die neusten Podcast an. Autofahren dasselbe in grün. Immer lief noch was nebenbei.

Telefonieren mit jemandem und nebenbei noch die Mails beantworten. Kochen und auf WhatsApp Nachrichten beantworten. Doch ist das wirklich eine Leistung oder der Verlust um den Wert eines Moment's.

Momente sind nämlich alle in sich einmalig. Sie wiederholen sich nicht. Wie wollen wir so wertvolle Erinnerungen schaffen? Wenn wir immer doppelt und dreifach beschäftigt und abgelenkt sind?

Durch meine Malerei hat der Moment an Wert gewonnen. Ich liebe es, einzelne scheinbar banale Momente bildlich umzusetzen und den Moment mit dem Pinsel festzuhalten.

Letzthin bei der Lektüre vom Buch "ABGELENKT" von Johann Hari bin ich auf den Begriff MONOTASKING gestossen. Seither lässt mich dieser Begriff nicht mehr los und ich finde, es ist die neue Achtsamkeit. Das neue Bewusstsein. Zurück zum einen Tun, ganz bewusst.

Nun versuche ich das - stets nur eine Sache zu tun. Doch das ist Schwerstarbeit. Es wird mir bewusst, wie sehr wir uns an das Multitasking gewöhnt haben. Ist das noch zeitgemäss? Es nimmt uns Momente mit unseren Kindern, zerstört einmalige Erinnerungen, lässt uns das Gefühl und die Wärme einer innigen Umarmung vergessen. Beim Spaziergang fehlt uns die Aufmerksamkeit für die vielen kleinen Wunder und Schönheiten der Natur, im Gespräch die kleinen Momente, um zu spüren, wie geht es meinem Gegenüber wirklich.

Deshalb vote ich für Monotasking. Stets eine Sache zu tun. Und nur die. Ganz und gar.

Monotasking

Während ich diese Zeilen verfasse, versuche ich zu spüren, wie meine Finger über die einzelnen Tasten tanzen und so dieser Text entsteht.
Wie selbstverständlich gehen wir jeden Tag, viele tausend Schritte, ohne es uns bewusst zu machen? Die Blätter zu sehen welche sich, wie ein wunderbarer prachtvoller Teppich, vor unseren Füssen niederlegen.

Beim Autofahren lässt es sich ebenfalls toll ausprobieren. Mir kam alles präsenter vor. Die Ablenkungen waren ausgeschaltet. Kein Radio, kein Podcast hören und das Handy im Flugmodus.

Kochen, Malen, Lesen, Gespräche führen, sich mit den Kindern unterhalten oder ganz bewusst die Umarmung zu spüren. Immer nur das eine. Ist unbezahlbar. Oder wie die überlieferte Geschichte des Mönchs: Wenn ich gehe, dann gehe ich, wenn ich stehe, dann stehe ich...

Der Gewinn, wir erleben alles wieder viel intensiver. Stärker und werden präsenter.

Und wie Johann Hari in seinem Buch schreibt: Wenn wir wieder weniger abgelenkt sind, Monotasking betreiben, dann kreieren wir Raum für Gedankenwanderungen. Sie führen uns zur Inspiration, zur Möglichkeit einen Flow zu erleben oder zur Kreativität.

Hast Du Lust es auszuprobieren? Es freut mich, wenn Du Deine Erfahrung mit mir teilst?

Je mehr Menschen mitmachen umso mehr gewinnen wir unsere Aufmerksamkeit, unser Bewusstsein für den einzelnen Moment zurück.

Ich habe mir vorgenommen, dran zu bleiben. Monotasking ist mein neues Muskeltraining. Mein neues Sexy.

Herzlicher Gruss

Sandra