Sandra Elsig (144 von 154)

ETWAS ÜBER MICH

"Oh, wie schön ist Panama." Die Geschichte von Janosch ist zu einem prägenden Begleiter in meinem Leben geworden. Warum erzähle ich das hier. Weil diese Geschichte sich grossartig eignet, um mein Warum und meinen Weg zu beschreiben. Für alle die die Geschichte nicht kennen, erzähle ich sie gerne kurz. Für, die welche sie schon kennen, können kurz die Augen schliessen und sich die Geschichte ins Gedächtnis holen.

Der kleine Bär und der kleine Tiger leben in ihrem Haus am See. Zufrieden und glücklich. Bis der kleine Bär eines Tages im Fluss eine Kiste findet, gekennzeichnet mit "Panama" und einem feinen Duft von Bananen. Er beschliesst, Panama soll das Land meiner Träume sein. Der Bär und der Tiger beginnen von Panama zu träumen. In Panama ist alles noch viel schöner und noch viel besser. Sie beginnen eine abenteuerliche Reise und entdecken am Schluss der Geschichte "Panama". Panama entpuppt sich jedoch als ihr "altes" Haus und ihr "altes Land. Durch die Reise hat sich nur der Blickwinkel verändert und doch empfinden sie alles als NOCH schöner.

Jahrelang war ich auf der Suche. Nach meiner Berufung. Doch wie in der Geschichte von Janosch, liegt das Gute, das Beste bereits seit Anfang in uns. Ich war der festen Überzeugung, dass es etwas ausserhalb von mir sein musste.
Etwas das noch entdeckt werden sollte. Dabei ist es oft etwas, dass wir schon sehr lange tun. Immer wieder tun.
Freude kann da ein ganz wunderbarer Wegweiser sein. Bei mir waren es zuerst die "Wertehelden - früher Hearty Heroes" welche mich dazu geführt haben, jeden Tag wieder zu zeichnen. Und dann braucht es Menschen, welche uns mit dieser Gabe wahrnehmen und uns daran erinneren. Diese Suche nach sich selbst ist oftmals wie "Panama". Es ist eine Reise, welche wir gehen wollen. Niemand kann uns die abnehmen. Auch bei mir war es so. Als ich dann endlich in „Panama“ angekommen bin, nach vielen Jahren der Suche war es etwas, was ich schon damals im Kinderzimmer ausgelebt habe.
Das Zeichnen und Malen. Doch dieses Bild, diese Erinnerung habe ich jahrelang vergessen.

Als ich letzthin am Malen war, war es plötzlich wieder da. Das Bild, die Erinnerung, an mich und das Malen im Kinderzimmer. Für mich ist das Malen und Zeichnen - der Weg der Künstlerin "mein Panama". Jeder von uns darf dies entdecken, in dem wir uns zwischendurch mutig die Frage stellen, was will ich?

Abschliessend will ich einen Passus aus dem Buch von Lorenz Marti "Türen auf" zitieren:

«Die tiefste Bestimmung unseres Daseins ist nicht in Worte zu fassen. Der Sinn bleibt unaussprechbar. In unseren besten Momenten erleben wir vielleicht, dass es ihn geben könnte, geben muss. Genau in solchen Augenblicken stellt sich die Frage nach dem Sinn aber gar nicht mehr, weil er bereits spürbar da ist. Frei nach Wittgenstein – die Lösung der Sinnfrage merkt man am Verschwinden dieser Frage.»

Dieses Verschwinden darf ich erleben, seit ich zurück zur Malerei gefunden habe. Mit meinen Bildern habe ich den Anspruch, Menschen zu berühren und ihnen den Wert jedes einzelnen Moments aufzuzeigen. Sehr hoffe ich, dass ich sie "berühren" darf.

Herzlich.

Unterschrift

Malerin, visuelle Autorin & Werteliebhaberin

*Mitglied des SGBK (Schweizerische Gesellschaft bildender Künstlerinnen)